Startseite » Presseerklärungen


Das Handeln der Jugendämter muss transparenter werden

Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) kritisiert autoritäre Strukturen und autoritäres Verhalten von Jugendämtern, insbesondere bei Inobhutnahmen. Eltern und Großeltern werden bei Inobhutnahmen einfach übergangen, Kinder werden den Eltern ohne einsichtige Begründung weggenommen. „Das Vorgehen des Jugendamtes muss Eltern kommuniziert werden und transparent sein. Es muss immer ein Hilfeplan vorliegen, an den Eltern, aber auch das Jugendamt sich halten müssen“, fordert der ISUV-Vorsitzende, Rechtsanwalt Ralph Gurk. Der ISUV sieht Handlungsbedarf des Gesetzgebers, weil das Handeln der Jugendämter schwer berechenbar ist und zu recht von Betroffenen als autoritär empfunden wird. 

Hintergrund

Dies zeigt sich exemplarisch im Fall der Familie R. Die Eltern wenden sich wegen Beratungshilfe ans Jugendamt im oberfränkischen C. Die Mutter ist nach einer schwierigen Geburt und auf Grund einer Krankheit psychisch angeschlagen. Sie unterzieht sich einer Therapie. Die Kinder werden überfallartig den Eltern entzogen und bei Pflegeeltern untergebracht, obwohl sich die Großeltern anbieten, die Pflege zu übernehmen. Der Mutter wurde seitens des Jugendamtes versprochen, dass ihr die Kinder übergeben werden, wenn sie nach erfolgreicher Therapie wieder zu Hause ist. Sie ist inzwischen wieder zu Hause. Die Therapie war nach Ansicht von Therapeuten erfolgreich. Die Kinder bekommen die Eltern trotzdem nicht zurück. Inzwischen ist seitens des Jugendamtes von „Dauerpflege“ die Rede. Nicht einmal eine Ausweitung des Umgangs, Voraussetzung für die Rückführung der Kinder, wird zugesichert.

Nachfragen stellt man sich seitens des Jugendamtes in C. nicht. Zuerst wollte die zuständige Mitarbeiterin P. W. eine „Schweigepflichtentbindung“. Als diese vorlag kam folgende Mail: „Sie hatten gerade wegen Familie R. bei mir angerufen. Nach Rücksprache mit meinen Vorgesetzten ist es von hier aus nicht möglich Auskünfte zu erteilen, auch wenn eine Schweigepflichtentbindung der Familie R. vorliegt.“ – „Diese mangelnde Kommunikationsbereitschaft, dieser Mangel an kritischer Selbstreflexion, dieses selbstherrliche Verhalten ist es, was Betroffene zu Recht kritisieren“, stellt Linsler fest.

Forderung

„Die Devise muss heißen: Kommunikation und Transparenz wagen. Starke Jugendämter sind kommunikativ, ihr Handeln ist transparent“, hebt ISUV-Pressesprecher Linsler hervor.

Nach Auffassung von ISUV gelte es folgende Maximen zu beachten, die vom Gesetzgeber auch fixiert werden sollten: Rückführung der Kinder – wo immer möglich – zu den natürlichen Eltern, Prüfung aller familialen Alternativen, insbesondere müssen die Großeltern miteinbezogen werden, Vorliegen eines klaren nachvollziehbaren überprüfbaren Hilfeplans, Nachweis von Hilfsmaßnahmen für die natürliche Familie einschließlich der Großeltern vor jeder Inobhutnahme.

Gesellschaftliche Einordnung

Allein in 2014 gab es über 48 000 Inobhutnahmen durch Jugendämter in ganz Deutschland. Es handelt sich also bei diesen radikalen Maßnahmen um keine Einzelfälle, vielmehr steigen die Inobhutnahmen stetig an. Inobhutnahmen heißt, den natürlichen Eltern werden die Kinder genommen und in Heimen oder bei Pflegeeltern untergebracht. Jährlich geben die Bundesländer laut einer IW-Studie neun Milliarden dafür aus. Die Kosten haben sich in zehn Jahren verdoppelt.

ISUV – Kompetenz im Familienrecht seit über 40 Jahren

Der ISUV vertritt als größte deutsche und überparteiliche Solidargemeinschaft die Interessen von Bürgern, die von Trennung, Scheidung und den damit zusammenhängenden Fragen und Problemen betroffen sind. ISUV ist unabhängig, bundesweit organisiert und als gemeinnützige Organisation anerkannt.

Kontakt:

ISUV-Bundesgeschäftsstelle, Postfach 210107, 90119 Nürnberg, Tel. 0911/55 04 78, – info@isuv.de

ISUV-Vorsitzender RA Ralph Gurk, Ludwigstr. 23, 97070 Würzburg, 0931/45 25 940, r.gurk@isuv.de

ISUV-Pressesprecher, Josef Linsler, Moltkestraße 22a, 97318 Kitzingen, Tel. 09321/9279671 – j.linsler@isuv.de

07.08.2016 - Kategorie Presseerklärungen

Autor: Josef Linsler

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen