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Gemeinsame elterliche Sorge für alle Kinder ab Geburt

Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) fordert die gemeinsame Sorge der Eltern für ihre außerehelich geborenen Kinder ab Geburt und nach Feststehen der Vaterschaft. Der Gesetzgeber hat dies umgehend umzusetzen. „Alle Kinder haben Anspruch auf beide Eltern. Die bestehende Regelung widerspricht diesem Gleichheitsgrundsatz und fördert Streit zwischen den Eltern um das Sorgerecht“, stellt der Vorsitzende des Interessenverbandes Unterhalt und Familienrecht (ISUV) Rechtsanwalt Ralph Gurk fest. Der Verband fordert auch, dass dem Vater „bei Ausfall der sorgeberechtigten Mutter“ die elterliche Sorge übertragen wird, wenn dies „dem Wohl des Kindes nicht widerspricht“. 

Seit der Reform des Sorgerechts für nichteheliche Kinder und deren Väter 2013 haben Väter theoretisch bessere Chancen als vorher das gemeinsame Sorgerecht zu erhalten. Allerdings müssen sie es beantragen und die Mutter muss damit einverstanden sein.Die Reform war zwar en Fortschritt zum Status davor, wo nichteheliche Väter gleichsam rechtlos gegenüber den eigenen Kindern waren. „Verheiratete und nicht verheiratete Väter und deren Kinder sind weiterhin nicht gleichgestellt. Artikel 6 des Grundgesetzes verlangt aber für eheliche und nichteheliche Kinder die gleichen Bedingungen“, fordert ISUV-Pressesprecher Josef Linsler.

ISUV- Kritik

In der Praxis hat sich auch nach der Reform gezeigt, auch wenn nichteheliche Väter mit betreuen, ein enges Verhältnis zum Kind haben, sträuben sich nicht wenige Mütter  dagegen, dass der Vater auch entsprechend die gemeinsame elterliche Sorge bekommt. Die Motive für dieses Verhalten sind teilweise Angst Macht mit dem Vater teilen zu müssen, nicht mehr allein alles bestimmen zu können. Dominant sind aber materielle Motive. Im 1992 herausgegebenen „Rechtsratgeber“ – „Handbuch allein erziehen“ heißt es auf Seite 132: „Das einzige Faustpfand der Frauen sind die Kinder, wenn sie für deren Erziehung auch Unterhalt vom Mann für sich fordern wollen.“ – „Daran hat sich nichts geändert. Zwar werden Frauenverbände das heute nicht mehr so zynisch offen sagen, aber die Zielsetzung ist die gleiche. Unterstützt werden sie von GRÜNEN und großen Teilen der Linksparteien“, kritisiert Linsler.

ISUV-Forderung

Zentrale ISUV-Forderung seit Verbandgründung vor 41 Jahren war und ist die Einführung der gemeinsamen elterlichen Sorge für eheliche und nichteheliche Kinder, die völlige Gleichstellung von Kindern und ihren Eltern. Dies hat die halbherzige Reform von 2013 nicht bewirkt. Ein Rechtsvergleich mit anderen EU-Staaten zeigt, dass dort eheliche und nichteheliche Kinder gleichgestellt sind. So ist im französischen Recht grundsätzlich nur von „Eltern“ die Rede, verheiratet oder nicht verheiratet spielt keine Rolle, was auch irrelevant ist, wenn es um die Elternverantwortung geht. „Es handelt sich unter dem Aspekt Gleichheit um einen notwendigen Schritt, der keine Kosten nach sich zieht, konfliktvermeidend wirkt, den Anspruch des Kindes auf beide Eltern stärkt, also im Sinne des Kindeswohls sich auswirkt. Es wird nun sehr spannend sein, ob und welche Parteien sich ebenso vehement für die Gleichstellung aller Kinder engagieren, wie sie es bei der Installation der Ehe für Alle getan haben“, stellt Linsler fest.

ISUV – Kompetenz im Familienrecht seit über 40 Jahren

Der ISUV vertritt als größte deutsche und überparteiliche Solidargemeinschaft die Interessen von Bürgern, die von Trennung, Scheidung und den damit zusammenhängenden Fragen und Problemen betroffen sind. ISUV ist unabhängig, bundesweit organisiert und als gemeinnützige Organisation anerkannt.

Kontakt:

ISUV-Bundesgeschäftsstelle, Postfach 210107, 90119 Nürnberg, Tel. 0911/55 04 78, – info@isuv.de

ISUV-Vorsitzender RA Ralph Gurk, Ludwigstr. 23, 97070 Würzburg, 0931/45 25 940, r.gurk@isuv.de

ISUV-Pressesprecher, Josef Linsler, Moltkestraße 22a, 97318 Kitzingen, Tel. 09321/9279671 – j.linsler@isuv.de

 

 

18.07.2017 - Kategorie Presseerklärungen

Autor: Josef Linsler