Startseite » Neuigkeiten


ISUV-Report 155: Gewalt in Beziehungen – Einvernehmliche Regelungen im Familienrecht – Jugendamt: Behörde oder mediativer Partner?

Unser Titelbild ergab sich aus der Aktualität. Da ist einmal die #MeToo-Bewegung, die täglich in den Schlagzeilen steht. Auch #MeToo geht es darum Machtmissbrauch und Sexismus, Gewalt von Männern gegen Frauen öffentlich zu machen. Auch im Koalitionsvertrag nimmt „Gewalt gegen Frauen und Kinder“ breiten Raum ein. Schließlich folgten wir der Anregung eines Mitglieds: „Ich möchte vorschlagen, den Missbrauch des Gewaltschutzgesetzes – überwiegend durch Frauen – aus dem Jahre 2001 einmal zu thematisieren.“ All dem sind wir nachgekommen.  

Im Titelbild zeigen wir, dass Gewalt in Beziehungen von beiden Partnern ausgehen kann und häufig ausgeht. Leidtragende sind die Kinder, die „nicht hinschauen“ können, wenn Eltern gewalttätig sind, weil das ihr Urvertrauen in die Eltern zerstört. Wir haben bewusst ein Schattenbild gewählt, weil Gewalt in all ihren diffizilen Formen – Ausspielen von Macht, psychische Gewalt, Brachialgewalt, sexuelle Gewalt – wie ein Grauschleier über einer Beziehung liegt und wohl auch immer liegen wird. Gewalt ist zerstörerisch immer und überall, erst recht im häuslichen Bereich. Gewalt ist der Anfang vom Ende einer Beziehung oder sie signalisiert das Ende einer Beziehung. Gewalt zerstört das Urvertrauen, das unverzichtbar zwischen den Mitgliedern einer Familie ist, denn Familie ist überall dort, wo man „familiär“ – also vertraut miteinander umgeht. Alle müssen sich sicher fühlen, geschützt und beschützt sein. Kommt es zu Gewalt, dann wird dieses Gefühl zerstört.

Trennung und Scheidung gelten laut Statistik als die Zeiträume, in denen Gewalt am häufigsten vorkommt. Im Interview mit Rechtsanwalt Dr. Peter Auffermann, Fachanwalt für Strafrecht veranschaulichen wir das Titelthema „Gewalt in Beziehungen“.

Unter Mitgliedern stehen Jugendämter massiv in der Kritik. Wir hüten uns vor Verallgemeinerungen, aber die Kritik am „Jugendamt“ ist unüberhörbar. Man muss nicht auf die teilweise maßlose Kritik der zahllosen Gruppen auf Facebook zurückgreifen, nein vor Ort bei Veranstaltungen ist diese Kritik laut hörbar. Einige Jahre zuvor konnte bei Umgangsproblemen ohne Widerspruch auf die „Hilfe“ des Jugendamtes verwiesen werden. Dem ist heute gar nicht mehr ohne Weiteres so. Das Jugendamt ist vielfach zum „Problemfall“ geworden. Woran liegt das? Dieser Frage gehen wir nach.

Zu jedem Report gehören Rechtstipps, die von Mitgliedern eingefordert werden. In diesem Report geht es um die „Abänderung unbefristeter Kindesunterhaltstitel bei Eintritt der Volljährigkeit“. Immer wieder fragen Unterhaltsberechtigte und Unterhaltspflichtige an, was ändert sich beim Unterhalt, wenn Kinder volljährig werden, wie soll ich mich als Unterhaltspflichtiger verhalten, kann ich den Kindesunterhalt einfach kürzen, müssen beide Eltern jetzt zahlen, wie verhält es sich mit Schülern, die bei Eintritt der Volljährigkeit noch zur Schule gehen, wer muss wie viel zahlen, was ist, wenn der andere sich weigert zu zahlen, … Fragen über Fragen, die von Rechtsanwalt Simon Heinzel beantwortet werden.

Oft auch von Mitgliedern nachgefragt: Vorteile und Nachteile einer Jugendamtsurkunde? Darauf gehen wir in diesem Report auf der Seite 17 ein.

Familienrechtliche Konflikte einvernehmlich, kostengünstig und rechtssicher regeln ist uns ein ständiger Auftrag. Leitlinie von ISUV ist es kostengünstige und einvernehmliche Regelungen anzuregen, denn der Richter hat immer nur die zweitbeste Lösung. Ganz aktuell hat unser Justiziar Simon Heinzel zwei Musterschreiben zwecks einvernehmlicher Anpassung des Kindesunterhalts gemäß Düsseldorfer Tabelle entworfen. Wir zeigen, wie eine Anpassung des „Titels“ – kostengünstig und einvernehmlich ablaufen könnte.

Alles, was aktuell per Gerichtsbeschluss Familienrecht wurde, findet sich in der „Urteilsbank“ (S. 18 – 21) – ausgewählt und von Rechtsanwalt Simon Heinzel kommentiert. Die Urteilsbank in diesem Report greift Urteile der Oberlandesgerichte und des BGH zu Zugewinnausgleich, Unterhaltsbedarf, „Zutrittsrecht beim Immobilienverkauf“ sowie Ausführungen zum „Mehrbedarf“ und „Sonderbedarf“ im Zusammenhang mit Kindesunterhalt auf.

Der Internteil (S. 26– 35)informiert über alle Veranstaltungen der Bezirks- und Kontaktstellen bundesweit.

Steuertipps – hier erhalten von Trennung und Scheidung Betroffene spezifische Hinweise, wie sie möglicherweise Steuern steuern und sparen können.

Im Leserforum werden Reaktionen von Mitgliedern auf den letzten Report sowie Anregungen und Impulse von Mitgliedern abgedruckt. Die Themen: „Es geht doch – das Wechselmodell“, „Nachhaltige Hilfe durch den ISUV-Report“, Betroffene berichten, wie es weiterging nach einer Inobhutnahme, was sich zum „Besseren“ veränderte.

Im Kaleidoskop werdenironisch-humoristisch-satirisch allzu menschliche Aspekte von Trennung und Begegnung, von Glück und Unglück aufgegriffen. In diesem Kaleidoskop gehen wir dem Scheidungsgen Oxytocin nach.  

Sie finden den ISUV Report 155 als Anlage in dieser Presseerklärung. Wer einen Überblick über Aktivitäten des ISUV gewinnen will, kann auch die Jubiläumsausgabe „40 Jahre ISUV – Jubiläumsausgabe ISUV-Report 145“ anfordern. 

Kontakt:

ISUV-Bundesgeschäftsstelle, Postfach 210107, 90119 Nürnberg, Tel. 0911/55 04 78, – info@isuv.de

ISUV-Vorsitzender RA Klaus Zimmer, Augustinerplatz 2, 79098 Freiburg, 0761/23455, k.zimmer@isuv.de

ISUV-Pressesprecher, Josef Linsler, Moltkestraße 22a, 97318 Kitzingen, Tel. 09321/9279671 – j.linsler@isuv.de

 

21.03.2018 - Kategorie Neuigkeiten, Presseerklärungen

Autor: Josef Linsler