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Kindesunterhalt: „Wie soll ich mich ab 1. Januar 2018 verhalten?“

Diese Frage stellen sich jetzt viele Unterhaltspflichtige, denn ab 1. Januar 2018 gilt die geupdatete Düsseldorfer Tabelle. Sie weist für manche Unterhaltspflichtige ein kleines Plus aus. Sie fragen sich, wie sie dieses Plus geltend machen können, einfach weniger zahlen? „Davon raten wir ausdrücklich ab. Wie vorzugehen ist, ergibt sich einmal aus dem jeweiligen Einzelfall. Dann empfehlen wir in jedem Fall eine abgestufte strukturierte Vorgehensweise“, betont ISUV-Kontaktanwalt Simon Heinzel, Fachanwalt für Familienrecht.

Zuerst sollte jeder Unterhaltsverpflichtete einmal prüfen, ob sein Einkommen im Vergleich zum Jahr davor gleichgeblieben, gestiegen oder weniger geworden ist. Ein Blick in die Tabelle der Zahlbeträge der Düsseldorfer Tabelle, der Vergleich der Einkommensgruppen und der entsprechenden Zahlbeträge von 2017 und 2018 ergibt einen grundlegenden Aufschluss, ob man überhaupt weitere Schritte unternehmen – oder besser stillhalten soll.

Nur wenn das Einkommen gleichgeblieben oder gar rückläufig war, sollten Unterhaltspflichtige weitere Schritte einleiten. Zuerst sollten Sie den Unterhaltsberechtigten kontaktieren und auf die veränderten Zahlbeträge hinweisen. Ein großer Teil der Unterhaltsberechtigten wird der Aktualisierung zustimmen. „Wir machen immer wieder die Erfahrung, wenn zwischen den Ehe-maligen der Gesprächsfaden nicht gerissen ist, lassen sich nahezu alle Fragen nach der Scheidung einvernehmlich regeln“, stellt ISUV-Pressesprecher Josef Linsler fest. Die Vereinbarung zwischen den Ehe-maligen sollte schriftlich erfolgen. Darin wird festgehalten, dass der Unterhaltsberechtigte auf die festgeschriebenen Unterhaltsbeträge verzichtet.

Reagiert der Unterhaltsberechtigte nicht, dann muss der Unterhaltspflichtige – schriftlich und mit Fristsetzung eine Abänderungsforderung an ihn oder das Jugendamt stellen. Diese Forderung muss dann an das Jugendamt gerichtet sein, wenn der Unterhaltspflichtige eine Zahlungsverpflichtung dort unterzeichnet hat. Darin wird die aktuelle Anpassung des Kindesunterhalts mitgeteilt und die Zustimmung zur Abänderung unter Verzicht auf höhere Ansprüche, die sich aus dem bestehenden Unterhaltstitel ergeben, verlangt. Ein Anwalt muss dafür nicht eingeschaltet werden.

Reagiert der Unterhaltsberechtigte auch hierauf nicht, bleibt dem Unterhaltspflichtigen nur der Weg zum Familiengericht um über die Abänderungsklage  an „sein Recht“ zu gelangen. Die Klage ist ausreichend damit begründet, dass die Einkommensgruppen der Düsseldorfer Tabelle verändert wurden und sich entsprechend die Unterhaltsbeträge geändert haben. „Es bleibt im Übrigen zu hoffen, dass die Gerichte dann auch im Sinne der Alimentenzahler/Innen entscheiden“, stellt Pressesprecher Linsler fest. Die Abänderungsklage muss von einem Anwalt beim Familiengericht eingereicht werden.  

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18.12.2017 - Kategorie Presseerklärungen

Autor: Josef Linsler