Startseite » Presseerklärungen


Scheidungsstatistik 2015 Der Bund fürs Leben dauert länger – Scheidungsquote bleibt hoch –  Soziale Medien verändern Trennungsverhalten  

Eigentlich weist die Statistik wenig Neues aus, in den letzten Jahren ist das Scheidungsverhalten nahezu gleich geblieben: Seit 2003 (213975) sinkt die Zahl der Scheidungen bis 2015 (163 335) fast kontinuierlich. „Das hat einen ganz einfachen Hintergrund: Es wird erheblich weniger geheiratet. So trauten sich 1988 535000 Paare, 2015 waren es gerade einmal 400115. Dies schlägt sich natürlich in der Statistik nieder. Hinzu kommt, die Trennung von Paaren ohne Trauschein wird in der Statistik nicht erfasst. Wichtig erscheint mir, die Scheidungsquote blieb mit 39 Prozent gleich“, hebt der Vorsitzende des Interessenverbandes Unterhalt und Familienrecht (ISUV) Rechtsanwalt Ralph Gurk hervor. Unter den geschiedenen Ehepaaren hatte nahezu die Hälfte noch minderjährige Kinder. Insgesamt waren von der Scheidung der Eltern 131 749 Kinder betroffen. Weiterhin reichen mehr Frauen als Männer die Scheidung ein. Die durchschnittliche Ehedauer steigt kontinuierlich an. Allerdings haben sich die Scheidungen nach der Silberhochzeit in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Scheidungsschwerpunkte sind – wie gehabt – die Ballungsräume. „Eine Statistik erfasst Zahlen, sagt aber nichts über das Erleben, das individuelle Trennungsverhalten, das sich insgesamt durch Internet, Soziale Medien, Online-Dating beschleunigt und anonymisiert hat: Durch die Sozialen Medien, durch Online-Dating sind Beziehungen nicht stabiler geworden“, meint der ISUV-Vorsitzende Rechtsanwalt Ralph Gurk.  

Das steht in keiner Statistik, aber ist ein Megatrend: Social Media und Online-Partnersuche verändern, destabilisieren Ehen und Partnerschaften. „Wir hören immer wieder davon, dass einer der Partner von langer Hand seine Trennung vorbereitet. Teilweise ohne dass der andere Partner etwas merkt, sucht sich einer im Netz per Online-Dating einen neuen Partner. Im Schutze dieser emotionalen Sicherheit traut man/frau sich, dann Tschüss zu sagen. In der Regel können das Frauen besser als Männer. Fremdgehen ist kein Privileg der Männer. Das äußert sich auch darin, dass die Scheidung zu 60 Prozent von Frauen eingereicht wird,“ meint ISUV-Pressesprecher Josef Linsler.

ISUV weist auf einen weiteren Aspekt hin, der statistisch nicht erfasst wird. „Ehe bedeute immer auch Sicherheit in finanzieller und wirtschaftlicher Hinsicht. Wir stellen fest, ältere Ehepaare, die schon in Rente sind oder kurz vor der Rente stehen, überlegen sich sehr genau, ob Scheidung sein muss oder ob auch nicht einfach eine Trennung reicht,“ stellt Linsler fest.  

Hintergrund

Durch den von Amts wegen bei Scheidung durchgeführten Versorgungsausgleich werden die Rentenansprüche der Partner halbiert, beim frühen Tod eines Partners gehen seine Rentenansprüche verloren. Laut Pressesprecher Josef Linsler wollen das immer mehr Paare vermeiden und trennen sich nur. „Die Angst vor Altersarmut ist weit verbreitet.“ (Linsler)

Foderungen

Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) fordert anlässlich der Veröffentlichung der Scheidungsstatistik den Fokus bei Scheidungen mehr auf die betroffenen Kinder zu richten. Dazu stellt der ISUV-Vorsitzende Ralph Gurk fest: „Für viele Erwachsene ist die Scheidung immer über kurz oder lang Chance zum Neuanfang. Kinder erleben Scheidung genau umgekehrt, für sie ist es nahezu immer ein schmerzlicher Einschnitt, insbesondere wenn damit auch der Verlust eines Elternteils verbunden ist. Wir engagieren uns daher seit vierzig Jahren für gemeinsame Elternschaft nach Trennung und Scheidung, sie lässt sich am besten in einem Wechselmodell verwirklichen. Hierfür bedarf es aber jetzt Impulse seitens der Politik.“

 

ISUV – Kompetenz im Familienrecht seit über 40 Jahren

Der ISUV vertritt als größte deutsche und überparteiliche Solidargemeinschaft die Interessen von Bürgern, die von Trennung, Scheidung und den damit zusammenhängenden Fragen und Problemen betroffen sind. ISUV ist unabhängig, bundesweit organisiert und als gemeinnützige Organisation anerkannt.  

Kontakt:

ISUV-Bundesgeschäftsstelle, Postfach 210107, 90119 Nürnberg, Tel. 0911/55 04 78, – info@isuv.de

ISUV-Vorsitzender RA Ralph Gurk, Ludwigstr. 23, 97070 Würzburg, 0931/45 25 940, r.gurk@isuv.de

ISUV-Pressesprecher, Josef Linsler, Moltkestraße 22a, 97318 Kitzingen, Tel. 09321/9279671 – j.linsler@isuv.de

25.07.2016 - Kategorie Presseerklärungen

Autor: Josef Linsler

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen