Corona Spezial

Familienrechtliche Informationen in der Corona-Krise

Wir wollen uns nicht einfach wegducken, wie wir es momentan so oft erleben. Es hat sich Sprachlosigkeit breitgemacht über das, was momentan geschieht, besser mit uns geschieht. Abstandsgebot, sich aus dem Weg gehen, ist angeordnet – sicher sinnvoll und notwendig.

Es ist anders, man kann es schwer ausdrücken. Was sich verändert hat in drei Wochen, wird uns erst klar, wenn wir das Leben davor vergleichen. Glaubten wir doch alle, dass wir irgendwie doch alles im Griff haben. Wenn wir nur gut organisieren, dann bestimmen wir unser Leben. Jetzt werden wir bestimmt ganz plötzlich – von einem Virus. Das ist je nach Charaktertyp schwer zu ertragen.

Das Gefühl des Eingesperrt-Seins, der Einsamkeit ist bei manchen schon bewusst oder unbewusst erlebte leicht depressive Wirklichkeit, Wird sich diese Gefühl der Lähmung, des Eingeschränkt-Seins in den nächsten zwei Wochen noch verstärken, vor allem über die Osterfeiertage?

Wie damit umgehen, wie damit fertig werden? Klicken Sie einmal auf den folgenden Link, Sie finden dort viele praktische Vorschläge nicht nur für die Coronakrise, sondern grundsätzlich auch zur Trennungssituation. Das Thema oder besser die Aufgabe: Balance halten, beziehungsweise Balance finden in Krisensituationen.

Mag manchen die Decke vor Einsamkeit auf den Kopf fallen, so werden andere von ihren Kindern voll in Anspruch genommen. Die Frage von Einsamkeit stellt sich da nicht, schon eher die Sehnsucht nach Ruhe. Aber dennoch, in der Krise wird uns bewusst welches Lebenselixier sie sind, die Kinder trotz allem Stress.

Termine bei Gericht und Anwälten

Wir empfehlen Ihnen: Lassen Sie sich nicht unter Termindruck setzen, Justiz/Gerichte arbeiten im Krisenmodus. Eine Anwältin, einen Anwalt wählt man nicht am Telefon aus, sondern in einem persönlichen Gespräch. Wenn Sie mit einem ISUV-Berechtigungsschein ein Beratungsgespräch wünschen, so sagen Sie dies schon bei der Terminvereinbarung. Lassen Sie sich gerade jetzt nicht zu einem Handeln drängen, sondern handeln Sie überlegt aus Überzeugung. Gerade aus aktuellem Anlass folgender Hinweis: Versenden Sie keine Akten, bevor nicht ein klares Mandatsverhältnis besteht. Bedenken Sie bitte, wenn eine Anwältin 4 Stunden Akten studiert, dann kann dies nicht mit 30€ abgedeckt sein. Dies sollte allerdings zwischen beiden klar besprochen sein. Bedenken Sie bitte auch jetzt, die laufenden Kosten, Mieten und Personal müssen trotz Krise von Kanzleien weiterhin geschultert werden. Es muss Ihnen klar sein: Anträge, die jetzt gestellt werden, haben eine lange Laufzeit. Wer schnell und kostengünstig eine Lösung und somit Stress abbauen möchte, muss gerade jetzt in der Krise eine freiwillige Vereinbarung schließen.

Corona und elterliche Sorge & Umgang

„In der Krise zeigen Menschen ihr wahres Gesicht“, sagte mir vor einigen Tagen ein Mitglied. Es sei dahingestellt, ob dies so ist, jedenfalls spricht einiges dafür. Wenn ein Elternteil schon bisher den Umgang mit dem anderen Elternteil nicht tolerierte, so gibt es inzwischen mehrere Beispiele, wie die Krise benutzt/genutzt wird, um den Umgang zu verhindern. Juristisch gilt, auch in der Coronakrise kann der Umgang nicht willkürlich ausgesetzt werden. In einer viel beachteten Presseerklärung haben wir juristische Maximen und unsere Empfehlungen an Betroffene dargelegt. Allerdings gibt es auch Trennungseltern, die durch die Krise näher zusammengerückt sind und aus praktischen Gründen jetzt „Getrennt, aber gemeinsam erziehen“ praktizieren.

Corona und Unterhalt

Aus der Coronakrise könnte sich eine langfristige Wirtschaftskrise entwickeln, schon jetzt schlägt die Krise voll auf den Arbeitsmarkt durch. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit sind die Folge, was Konsequenzen für den Unterhalt – Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt, Betreuungsunterhalt, Ehegattenunterhalt - hat. In einer Presseerklärung geben wir Hinweise, was Sie als Unterhaltspflichtige und als Unterhaltsberechtigte in jedem Fall beachten sollten. Wenn Sie Zeit, Geld und Nerven sparen wollen, „müssen“ quasi eine freiwillige Vereinbarung schließen und notariell absegnen lassen. 

Corona und staatliche Hilfen

Der Staat, die Bundesregierung und die Länderregierungen haben schnell die Gefahren der Pandemie für Gesellschaft und Wirtschaft, für Firmen und Familien erkannt und gehandelt. Es wurden enorme materielle und immaterielle Hilfsprogramme aus dem Boden gestampft. Es wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Offen ist: Erreichen diese Programme die „Richtigen“, wie schnell wird geholfen, gibt es zu viel Bürokratie und Kontrolle, gibt es zu wenig Kontrolle und entsprechend viel Missbrauch, welche Maßnahmen sind ausschließlich für die Krise und werden danach wieder „eingestampft“, welche sollten/werden fortgeführt werden? – Was jetzt verdrängt wird: Mit diesen „Segnungen“ des Staates geht eine enorme Verschuldung – gleichzeitig des deutschen Staatshaushalts und vielmehr noch durch die EU - einher. – Werden diese Schulden zurückgezahlt, indem entsprechend nach der Krise gespart und höhere Steuern erhoben werden? Oder entledigt sich der Staat der Schulden durch eine permanente Inflation? Oder wird es gar eine Hyperinflation wie 1923 oder 1945 geben müssen um finanziell – europaweit - wieder auf sicherem Boden zu stehen?- Auch diese Fragen stellen sich Menschen, wenn sie sich fragen, was kommt nach der Krise?  

Corona Social & Emotional

Die Quarantäne-Situation hat enorme Auswirkungen auf den einzelnen Menschen,  auf Paare, Familien mit Kindern und Wohngemeinschaften. Die Auswirkungen werden umso einschneidender, je länger die Quarantäne andauert. Immer wieder wird einseitig und manchmal reißerisch darauf verwiesen, dass das Begrenztsein auf engem Raum zu Gewalt gegenüber Kindern und Frauen führt. Es zeigt sich aber auch, dass genauso mehr Nähe und ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen kann. In jedem Fall „müssen“ Paare, Familien Nähe leben und erleben so, wie es um die Partnerschaft bestellt ist. Schlimm ist die verordnete Quarantäne für die vielen Singles, deren Partner weit weg wohnen und arbeiten. Der Reiseverkehr ist eingeschränkt, die Flughäfen sind geschlossen. Ostern steht vor der Tür, statt Ostern gemeinsam wie geplant, müssen sie Ostern einsam hinter sich bringen.