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Wechselmodell entspricht sozialer Wirklichkeit – Gesetzgeber ist gefordert

Nach Auffassung des Interessenverbandes Unterhalt und Familienrecht (ISUV) ist ein Paradigmenwechsel im Kindschaftsrecht auf Grund des sozialen Wandels notwendig. Einer schafft das Geld an, der andere betreut die Kinder, war einmal die Regel. Heute gibt es diese strikte Rollentrennung meist nur vorübergehend. „Andere Staaten haben dies schon längst erkannt und die notwendigen Schlüsse daraus gezogen, indem sie das Wechselmodell legitimierten. Bei uns ist jetzt der Gesetzgeber gefordert das soziale Lag zu beseitigen, daran ändert das neue BGH-Urteil nichts“ fordert der ISUV-Vorsitzende Ralph Gurk.

Hintergründe

Das Wechselmodell sichert den Kindern beide Eltern trotz Trennung und Scheidung. „In nahezu allen uns bekannten getrennterziehenden Familien, in denen das Wechselmodell praktiziert wird, befürworten es die meisten Betroffenen nach einer Übergangszeit. Was in Schweden, Belgien, in vielen anderen Ländern praktiziert wird, muss auch in Deutschland möglich sein“, hebt ISUV-Pressesprecher Josef Linsler hervor.

Das Wechselmodell bietet beiden Eltern den organisatorischen Rahmen, dass sie berufstätig sein können. Die Berufstätigkeit beider Eltern nach Trennung und Scheidung schützt vor Altersarmut. „In den meisten Fällen schützt nur die Berufstätigkeit beider Eltern vor Scheidungs- und Kinderarmut. Wird das Wechselmodell praktiziert, werden Betreuungskosten eingegrenzt, ein hoher Grad an Betreuung kann durch beide Eltern selbst geleistet werden.“ (Linsler)

ISUV-Forderung

Der ISUV möchte einen Paradigmenwechsel, d. h. das Wechselmodell sollte zum Regelfall werden. „Es kann nicht mehr weiterhin so laufen, ein Elternteil sagt nein, verweigert sich jeder Kommunikation und bekommt „Recht“, kritisiert Linsler. Hinter der Verweigerungsstrategie stecken nach den Erfahrungen des Verbandes meist materielle Interessen: Wer das Kind besitzt, gilt als „Alleinerziehend“ und kann nach heutiger Rechtslage vom anderen Partner den vollen Unterhalt verlangen.

Nach Erfahrung von ISUV ist der Status „Alleinerziehend“ die Ausnahme. Der dominierende Status zwischen geschiedenen oder getrenntlebenden Elternteilen ist der des „Getrennterziehens“: Ein Elternteil übernimmt 30 Prozent, der andere 70 Prozent der Betreuung. Nach heutiger Rechtslage werden diese 30 Prozent an Betreuung ausgeblendet, der betreffende Elternteil muss dennoch den vollen Unterhalt an den anderen zahlen. „Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch respektlos. Wir wollen, dass der Unterhalt entsprechend den Betreuungsanteilen aufgeteilt wird“, fordert Linsler.

ISUV – Kompetenz im Familienrecht seit über 40 Jahren

Der ISUV vertritt als größte deutsche und überparteiliche Solidargemeinschaft die Interessen von Bürgern, die von Trennung, Scheidung und den damit zusammenhängenden Fragen und Problemen betroffen sind. ISUV ist unabhängig, bundesweit organisiert und als gemeinnützige Organisation anerkannt.

Kontakt:

ISUV-Bundesgeschäftsstelle, Postfach 210107, 90119 Nürnberg, Tel. 0911/55 04 78, – info@isuv.de

ISUV-Vorsitzender RA Ralph Gurk, Ludwigstr. 23, 97070 Würzburg, 0931/45 25 940, r.gurk@isuv.de

ISUV-Pressesprecher, Josef Linsler, Moltkestraße 22a, 97318 Kitzingen, Tel. 09321/9279671 – j.linsler@isuv.de

23.04.2017 - Kategorie Presseerklärungen

Autor: Josef Linsler