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Wechselmodell: FDP in Bayern sagt ja – Was sagt die Bundespartei?

Auf dem Landesparteitag der FDP am 9. – 10 April hat sich die Mehrheit der Delegierten für folgenden Antrag ausgesprochen: „Kinder haben grundsätzlich das Recht auf Betreuung durch beide Eltern – diesgilt insbesondere auch für den Fall einer Trennung der Eltern. Daher fordern wirdie gesetzliche Verankerung der Paritätischen Doppelresidenz (Wechselmodell) alsRegelfall, der in der Praxis bevorzugt zu berücksichtigen ist, wenn dies im Einzelfall nicht dem Kindeswohlwiderspricht.“ Schon zuvor hatte sich die FDP in Hamburg für das Wechselmodell ausgesprochen. „Wir begrüßen diese klare Aussage der FDP, entscheidend ist allerdings, wie sich die Gesamtpartei auf ihrem Bundesparteitag am Wochenende in Berlin entscheidet.“, schränkt der ISUV-Vorsitzende Rechtsanwalt Ralph Gurk ein. Der gleiche Antrag liegt dem Bundesparteitag am Wochenende – 23/4. April – zur Entscheidung vor.  

Begründet wird der Antrag mit der Veränderung der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, bzw. zwischen Mutter und Vater. Es gelte nicht mehr „Einer betreut – einer bezahlt.“ Des Weiteren wird angemerkt und auf das Ausland verwiesen, wo das Wechselmodell erfolgreich praktiziert wird. Das Wechselmodell ermögliche mehr Gleichheit, beide Elternteile können berufstätig sein, beide können ihre Elternrolle wahrnehmen. Die Kinder erleben beide Eltern als gleichrangig, bekommen so ein modernes Rollenverständnis. Nicht zuletzt wird das Wechselmodell durch die Kinderrechtskonvention legitimiert. Schließlich habe „sich die parl. Versammlung des Europarates, durch ihre Entschließung Nr. 2079 am 2. Oktober 2015 , ohne Gegenstimmen deutlich für die paritätische Doppelresidenz (Wechselmodell) als zu bevorzugende Betreuungsform nach einer Elterntrennung ausgesprochen“, womit Deutschland quasi in Verzug gesetzt wurde. Zur Umsetzung des Wechselmodells bedürfe „es auch einer Integration in die Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen der zuständigen Behörden, wofür wir uns einsetzen werden.“, sicher realistisch und notwendig.

„Es ist erfreulich, dass die FDP sich klar positioniert und profiliert. Sie hebt sich damit klar ab von den oft sehr allgemeinen familienrechtlichen und familienpolitischen Formulierungen und Forderungen anderer Parteien. Es ist ein Signal, dass man soziale Modernisierung aufgreift und umsetzen will.“, würdigt ISUV-Pressesprecher Josef Linsler den Antrag.

Der Bundesparteitag der FDP am kommenden Wochenende verspricht spannend zu werden: Setzen sich die jungen sozial und liberal denkenden Reformer, die diesen Antrag ausgearbeitet haben, oder der konservative Juristenflügel durch, der gegen diesen Antrag stimmen wird. „Vom Ausgang dieser Entscheidung hängt auch mit ab, wie glaubwürdig der propagierte programmatische Neuaufbruch tatsächlich ist. Traut sich die FDP neue Wege anzustoßen und somit neue Wählerschichten anzusprechen oder verschanzt sie sich hinter allgemeinen schöngefärbten opportunistischen familienpolitischen Positionen?“, fragt ISUV-Pressesprecher Linsler.

 

Kontakt:

ISUV-Bundesgeschäftsstelle, Postfach 210107, 90119 Nürnberg, Tel. 0911/55 04 78, – info@isuv.de

ISUV-Vorsitzender RA Ralph Gurk, Ludwigstr. 23, 97070 Würzburg, 0931/45 25 940, r.gurk@isuv.de

ISUV-Pressesprecher, Josef Linsler, Moltkestraße 22a, 97318 Kitzingen, Tel. 09321/9279671 – j.linsler@isuv.de

19.04.2016 - Kategorie Presseerklärungen

Autor: Josef Linsler

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