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Gibt es bald den Rechtsanwalt auf Grund von Legal Tech nicht mehr? DAV macht Mut

Nach Ansicht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) wird der Einsatz von “Legal Tech” die Rechtsberatung in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Dies bedeute für die Anwaltschaft aber nicht nur neue Herausforderungen, sondern auch neue unternehmerische Chancen, schreibt er in einer Pressemitteilung vom 25.05.2017. Es gibt tatsächlich Menschen, die das Ende des Anwaltsberufes voraussagen.

“Der digitale Fortschritt erleichtert dem Verbraucher einerseits den Zugang zum Recht und bietet Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten andererseits unternehmerische Chancen”, sagte DAV-Präsident Ulrich Schellenberg am 24.05.2017 zum Auftakt des 68. Deutschen Anwaltstags in Essen, der unter dem Motto “Innovationen & Legal Tech” steht. “Legal Tech scheint mit einem Mythos des Anwaltsberufs zu brechen; die Technik stellt unser Wissensmonopol in Frage. Die Anwaltschaft steht vor der Herausforderung, die Möglichkeiten der Technik für eine noch bessere Beratung ihrer Mandanten zu nutzen”, so Schellenberg.

“Legal Tech” bedeute aber keinesfalls das Ende des Anwaltsberufs, so Schellenberg. Die digitale Transformation böte der Anwaltschaft im Gegenteil neue unternehmerische Chancen. Rechtsdienstleistung werde durch die Digitalisierung standardisiert und automatisiert. Dies unterstütze die Anwaltschaft bei der Arbeit und optimiere die Beratung der Mandanten, so Schellenberg. Die digitalen Technologien könnten den Anwälten also helfen ihre Arbeitsabläufe zu verbessern. Schellenberg weist darauf hin, dass Legal Tech Grenzen habe: “Selbst das beste Computerprogramm wird eine individuelle und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen können”, sagte er. Rechtliche Detailfragen und taktische Erwägungen blieben beispielsweise dem persönlichen Gespräch vorbehalten.

Die Zahl der Legal-Tech-Startups zeige, dass das Thema auf dem Vormarsch sei. Mittlerweile gebe es rund 60 Legal-Tech-Angebote in Deutschland. Weltweit agierten mehr als 1.500 Unternehmen in dem Bereich, Tendenz steigend. Dabei geht es etwa um die Erteilung von Online-Rechtsrat mithilfe von Rechtsgeneratoren oder die digitale Erstellung von Verträgen und Testamenten durch entsprechende Software.

Quelle: beck aktuell

26.05.2017 - Kategorie Neuigkeiten

Autor: Josef Linsler