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Statement zu einem Beitrag: Thema Unterhaltsvorschuss – Betreuungsanteile werden nicht berücksichtigt

Zu diesem Beitrag erreichte uns folgendes Statement:

Es ist alles richtig, was Herr Feil, der Traunsteiner Jugendamtsleiter, im Inteview des Traunsteiner Tagblatts sagte. Und dennoch tut das hier gezeichnete Bild von dem „zahlungsunwilligen“ gegenüber dem „alleinerziehenden“ Elternteil den vielen Eltern bitter Unrecht, die – unter anderem durch Trennung und Scheidung – unverschuldet in finanzielle Not geraten sind und sich mit großem Einsatz an der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder beteiligen. Ein Beispiel mag das verdeutlichen: Ein Vater oder eine Mutter betreut im Wechsel mit dem anderen Elternteil die gemeinsamen Kinder zu 40 %. Zahlt dieser Elternteil nicht an den anderen bzw. das Jugendamt den sog. Barunterhalt bis zur Selbstbehaltsgrenze von 880 € (!!) im Monat, so ist er nach dem Gesetz „zahlungsunwillig“, obwohl er sich mit großem Aufwand um seine Kinder kümmert, und wird verfolgt.

Der letzte Satz im Interview: >>Wenn ich ein Kind habe, dann hab ich dafür zu zahlen<< mag für Herrn Feil und viele andere >>die rechtliche Lage unmissverständlich klar<< machen, für mich macht er vor allem klar, dass wir noch immer weit entfernt sind vom kinderfreundlichen Sozialstaat bei unverschuldet in Not geratenen Mitbürgern und ebenso weit entfernt von einer Gerechtigkeit gegenüber getrennten und geschiedenen Eltern, die sich nachweisbar an der Betreuung ihrer Kinder beteiligen und damit um das Kindeswohl wahrhaft und im Wesentlichen besorgt sind.

Fritz Burkhardt, Familienrichter a.D.,Kontaktstellenleiter ISUV e.V. Traunstein

 

 

20.02.2017 - Kategorie Neuigkeiten

Autor: Josef Linsler